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Ratgeber · Handkonfektionierung

Stückliste und Komponentenplan erstellen: Komponenten aus drei Werken an einen Ort

Eine Stückliste für die Konfektionierung nennt je Komponente Menge, Lieferant, Form der Anlieferung, Arbeitsschritt und Kontrollmerkmal; der Komponentenplan legt fest, wann welches Werk liefert. Mit beiden Unterlagen erhalten Sie binnen 24 Stunden ein belastbares Angebot und das Erstmuster 2–5 Tage nach Eintreffen der letzten Komponente. Am Beispiel eines Lernsets mit 203 Sekunden je Stück zeigen wir, wie Sie beides in sieben Schritten aufbauen.

Stückliste und Komponentenplan erstellen: Komponenten aus drei Werken an einen Ort

Kurz gesagt

  • Sieben Spalten: Position, Komponente, Lieferant, Menge je Stück, Anlieferform, Arbeitsschritt, Kontrolle
  • Test am Tisch: ein fertiges Stück zerlegen – jedes Teil eine Zeile, jede Zeile ein Teil
  • Komponentenplan: Liefertermin je Werk; die Frist für das Erstmuster (2–5 Tage) beginnt mit der letzten Lieferung
  • Preishebel: vorgezählte Sätze vom Lieferanten sparen 6 s je Position und Stück
  • Häufigster Fehler: Kleinpositionen wie Beutel oder Klebepunkte fehlen in der Liste

Eine Stückliste für die Konfektionierung nennt jede Komponente eines fertigen Produkts mit Menge je Stück, Lieferant, Form der Anlieferung, zugehörigem Arbeitsschritt und Kontrollmerkmal. Der Komponentenplan ergänzt, wann welche Lieferung von welchem Werk bei uns eintrifft. Mit beiden Unterlagen erhalten Sie binnen 24 Stunden ein belastbares Angebot, und das Erstmuster steht 2–5 Tage nach dem Eintreffen der letzten Komponente. Dieser Leitfaden zeigt in sieben Schritten, wie Sie beides aufbauen – am Beispiel eines Lernsets, dessen Teile aus drei verschiedenen Werken kommen.

Warum reicht die Stückliste aus der Produktentwicklung nicht aus?

Die Stückliste aus Entwicklung oder Einkauf beschreibt, woraus ein Produkt besteht. Für die Handkonfektionierung fehlen darin meist genau die Angaben, die an einem Konfektionsplatz über Tempo und Fehlerquote entscheiden: in welcher Form eine Komponente ankommt, wer sie schickt, in welcher Reihenfolge sie verarbeitet wird und woran man erkennt, dass sie richtig sitzt. Ein Spielplan „1 Stück“ kann gefaltet im Bündel zu 50 oder flach auf der Palette kommen – das sind zwei verschiedene Arbeitsschritte mit unterschiedlichem Zeitbedarf.

Hinzu kommt, dass Komponenten für ein einziges Produkt oft aus mehreren Werken stammen: die Schachtel vom Faltschachtelhersteller, die gedruckten Teile von der Druckerei, Kunststoffteile vom Spritzgießer. Jedes dieser Werke liefert nach eigenem Kalender und in eigener Verpackung. Erst eine gemeinsame Liste macht aus drei Lieferungen einen Auftrag, den wir am Wareneingang prüfen können. Der Lexikon-Eintrag Komponentenliste fasst die Begriffe knapp zusammen.

Wie sieht eine Stückliste für die Konfektionierung konkret aus?

Ein Lernmittelverlag aus Bamberg lässt ein Optik-Experimentierset für Grundschulen konfektionieren: Faltschachtel, Tiefziehinlay, Arbeitskarten, Anleitung und zwölf Positionen Kleinteile. Die Stückliste, mit der wir arbeiten, sieht so aus:

Pos.KomponenteLieferantMenge je SetAnlieferungArbeitsschrittKontrolle
1Faltschachtel mit SteckverschlussWerk A: Faltschachtelhersteller1flach, lagenweiseAufrichtenBoden rastet ein
2Tiefziehinlay, sechs MuldenWerk A1gestapelt im KartonEinlegenliegt plan
3Arbeitskarten, 24 StückWerk B: Druckerei1 Satzbanderoliert je SatzEinlegenSatz vollständig
4Anleitung, gefaltetWerk B1Bündel zu 100Einlegenrichtige Auflage
5Linsen, drei BrennweitenWerk C: Spritzgießer3lose je SorteAbzählenZählwaage
6Linsenhalter mit FußWerk C2lose im KartonSteckensteckt fest
7weitere Kleinteile, neun PositionenWerk Cje 1–2lose je SorteAbzählenZählwaage
8Klebepunkt für das InlayAPOOL (Beschaffung)1RolleKleben von HandInlay rutscht nicht

Die Tabelle ist bewusst breit. Jede Spalte beantwortet eine Frage, die sonst am ersten Serientag per Telefon geklärt werden müsste.

Wie erstellen Sie Stückliste und Komponentenplan in sieben Schritten?

1. Ein fertiges Stück zerlegen und jede Position erfassen

Nehmen Sie ein freigegebenes Muster und legen Sie alle Teile nebeneinander auf den Tisch. Jedes Teil bekommt eine Zeile, jede Zeile muss einem Teil entsprechen. So fallen Positionen auf, die im eigenen Haus „nebenbei“ dazukommen: ein Klebepunkt, ein Beutel für Kleinteile, ein Beileger aus dem Marketing.

2. Menge je Stück und Reserve festlegen

Tragen Sie die Menge je fertigem Stück ein und rechnen Sie die Gesamtmenge aus. Bei Kleinteilen und Folien planen Sie eine Reserve ein, deren Höhe wir im Angebot gemeinsam festlegen. Übrige Komponenten schicken wir mit der Rücklieferung zurück oder lagern sie bis zum nächsten Abruf.

3. Lieferant und Form der Anlieferung eintragen

Für jede Position gehört in die Liste, welches Werk liefert und wie: flach, auf dem Bogen, gebündelt, lose oder im Beutel. Die Komponenten stellen Sie – im Normalfall liefern Druckerei, Spritzgießer und Verpackungshersteller direkt an uns; Klebepunkte, Klebeband, Beutel und Versandkartons beschaffen wir nach Absprache mit 8 % Aufschlag oder gegen Beleg.

4. Arbeitsschritt und Reihenfolge zuordnen

Ordnen Sie jeder Position den Handgriff zu – Aufrichten, Einlegen, Abzählen, Stecken, Kleben – und nummerieren Sie die Reihenfolge. Teile, die später verdeckt werden, kommen vor den verdeckenden. Aus dieser Spalte entsteht die elektronische Arbeitsanweisung mit Fotos je Station.

5. Kontrollmerkmal je Position benennen

„Richtig“ muss für jede Zeile beobachtbar sein: rastet ein, liegt plan, Motiv oben, Sprachversion DE. Unscharfe Angaben wie „ordentlich“ führen zu unterschiedlichen Auslegungen an verschiedenen Plätzen.

6. Den Komponentenplan mit Terminen aufstellen

Der Komponentenplan ordnet jedem Werk Liefertermin, Menge, Palettenzahl und Ansprechpartner zu. Wir buchen auf Wunsch die Abholung über eine Partnerspedition, binnen 24 Stunden organisiert.

7. Am Erstmuster abgleichen und den Stand festhalten

Das Erstmuster entsteht nach genau dieser Liste. Stimmt alles, geben Sie es per Foto frei; jede spätere Änderung erhält einen neuen Stand mit Datum.

Was gehört in den Komponentenplan, wenn drei Werke liefern?

Beim Optik-Set liefern drei Werke zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Der Plan hält fest, was bis wann ankommen muss:

WerkKomponentenPalettenEintreffen spätestensPrüfung am Wareneingang
A – FaltschachtelherstellerSchachteln, Inlays3Tag 0Zählung je Lage, Foto, Ecken und Rillung
B – DruckereiArbeitskarten, Anleitungen1Tag 0Zählung je Bündel, Auflage und Sprachversion
C – SpritzgießerLinsen, Halter, Kleinteile1Tag 0Zählwaage je Karton, Sichtprüfung auf Grat und Kratzer

„Tag 0“ bedeutet: Erst wenn alle drei Lieferungen gebucht sind, beginnt die Frist für das Erstmuster. Kommt ein Werk früher, lagern die Komponenten an einem unserer Standorte, bis der Rest da ist. Fehlmengen und beschädigte Komponenten melden wir schon beim Wareneingang mit Zählung und Foto – vor dem Start der Serie; fehlerhafte Einzelteile sondern wir nach Ihrer Vorgabe aus und weisen sie im Lieferschein getrennt aus.

Wie beeinflusst die Stückliste den Preis je Set?

Aus der Stückliste ergibt sich die Zeit je Stück, und damit der größte Teil des Preises. Für das Optik-Set mit 6.000 Stück kommen wir auf 203 Sekunden je Set, davon 72 Sekunden für das Abzählen der zwölf Kleinteil-Positionen. Die Arbeit kostet rechnerisch 0,93 € je Set, mit Transport aus rund 290 Kilometern 1,11 € (Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster).

VarianteSekunden je SetArbeit je SetArbeit gesamt
Kleinteile lose, zwölf Positionen2030,93 €5.582 €
Linsen als fertiger Satz im Beutel, zehn Positionen1910,88 €5.252 €

Der Unterschied zeigt, wo die Stückliste Geld spart: Wenn ein Werk Teile schon als Satz liefern kann, entfällt bei uns je Set ein Handgriff. Ob das insgesamt günstiger ist, hängt vom Aufpreis des Lieferanten ab – die Rechnung lohnt sich vor jeder größeren Serie. Wie die Sekunden je Handgriff im Einzelnen bewertet werden, beschreibt der Beitrag Was kostet Konfektionierung in Handarbeit 2026?

Welche Fehler in Stücklisten kosten am meisten Zeit?

  • Fehlende Kleinpositionen: Beutel, Klebepunkte oder Beileger, die nirgends stehen, fehlen am ersten Serientag.
  • Keine Anlieferform: Kommen Karten lose statt banderoliert, braucht jede Station zusätzliche Zählarbeit.
  • Mehrere Sprachversionen in einer Zeile: Jede Version braucht eine eigene Position und eine getrennte Palette.
  • Kein Änderungsstand: Neue Auflage der Anleitung, alte Liste – das fällt erst am Erstmuster auf.
  • Mengen ohne Einheit: „1“ bei Spielkarten kann ein Blatt oder ein Satz sein.

Wie jede Position am Ende tatsächlich im fertigen Stück landet, beschreibt der Arbeitsschritt Komplettieren nach Stückliste; welche Anforderungen die einzelnen Komponentenarten stellen, finden Sie unter Komponenten. Für die übergeordneten Fragen vor einer Vergabe gibt es auf apool.de eine eigene Checkliste. Ihre Stückliste können Sie direkt über die Anfrage hochladen oder an info@apool.de senden.

Zu den Zahlen

Alle Euro-Beträge und Handgriff-Zeiten dieses Artikels haben wir am 25.09.2026 zuletzt geprüft. Richtwerte 2026 – unverbindlich. Ihr konkretes Angebot erhalten Sie nach Anfrage und Muster.

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Senden Sie Stückliste, Fotos oder ein Referenzstück und die Stückzahl: Sie bekommen den Preis je Stück mit Sekunden je Handgriff, den Termin fürs Erstmuster und die Transportkosten. Elisabeth Zachová spricht Deutsch, Mo–Fr 7:00–17:00 Uhr.

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